Die Toten

Nach der Erzählung von James Joyce

„Seine Seele hatte sich der Region genähert, wo die unermesslichen Heerscharen der Toten ihre Wohnung haben. Er war sich ihrer unsteten und flackernden Existenz bewusst, aber er konnte sie nicht fassen. Seine eigene Identität entschwand in eine graue ungreifbare Welt: die kompakte Welt selbst, die sich diese Toten einstmals erbaut und in der sie gelebt hatten, löste sich auf und verging.“

In diesem Zustand befindet sich Gabriel Conroy – die Hauptfigur aus der Erzählung „Die Toten“ von James Joyce – nachdem seine Frau ihm eröffnet hat, dass sie vor der Ehe eine leidenschaftliche Beziehung zu einem jungen Mann unterhalten habe, der ihretwegen gestorben sei.
Das Fortleben der Toten unter den Lebenden ist eines der Themen dieses Projekts, das Barbara Frey als die letzte Produktion ihrer Intendanz am Schauspielhaus Zürich gewählt hat. Es ist James Joyce gewidmet, der viele Jahre seines Lebens in Zürich verbracht hat und auch hier gestorben ist – wenige Tage nach einem Gastmahl in der Kronenhalle. Sein Geist ist wieder auferstanden und erobert nun die Bühne des Pfauen. „Die Toten“ sprechen mit vielen Stimmen auf uns ein.
Eine entfesselte Sprache im fliessenden Übergang zu Musik. Sie singen und tanzen und erzählen vom kleinen Glück und von der Enge des Lebens in Dublin, der Stadt, die für Joyce die ganze Welt bedeutete.

Am 12. Mai um 10:00 findet in der Kirche Offener St. Jakob in Kooperation mit dem Schauspielhaus Zürich ein Theatergottesdienst zu Joyce’ „Die Toten“ statt mit Ensemblemitglied Hans Kremer, Pfarrer Patrick Schwarzenbach u. a. (Eintritt frei)

Quelle: Schauspielhaus Zürich